Man kennt sie schon, die Plattformen, wo Arbeitgeber, Handwerker, Dienstleister, Hotels, usw. bewertet werden. Das kann für die Betroffenen auch unangenehm sein, wenn die Bewertungen sehr schlecht ausfallen. Das einfachste wäre dann wohl, über ein Löschbegehren die Daten entfernen zu lassen. Auch für Ärzte gibt es solche Plattformen, und da hat die Datenschutzbehörde (DSB) entschieden, dass das nicht so einfach ist.

Die Beschwerde eines Arztes, weil eine Ärzte Plattform sich weigerte, seine Daten zu löschen, wurde von der DSB abgewiesen. Der Betreiber der Plattform hat als Rechtsgrundlage für die Verarbeitung das berechtigte Interesse (Art. 6 (1) f DSGVO) angeführt und recht bekommen.

Ein wichtiger Grund für die Entscheidung der DSB war, dass der Betreiber Schutzmaßnahmen ergriffen hatte, um unsachliche oder auch Mehrfach-Kommentare zu verhindern und so keine ‘Prangerwirkung’ für den betroffenen Arzt eintreten könne. So wurde das berechtige Interesse der Patienten, Informationen über die ärztliche Leistung einzuholen und sich über eben diese Plattform darüber auszutauschen als höher bewertet als das Löschbegehren des Arztes.